Gandhiji Seva Niketan

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Gandhiji_6Wir unterstützen seit mehr als 10 Jahren das 1997 mit Spendengeldern aus Schiefbahn mit aufgebaute Leprahospital "Gandhiji Seva Niketan" (Gandhis ausgestreckte Hand) von Dr. Remy Rousselot im ostindischen Bhubaneswar.

Der 1954 in Frankreich geborene und in Bordeaux ausgebildete Dr. Rousselot arbeitet seit mehr als 25 Jahren mit Hingabe als Leprachirurg.  Das von ihm medizinisch geleitete Leprahospital hat 50 Betten (40 für Männer und 10 für Frauen, die aufgrund ihrer eher häuslichen Tätigkeit mit weniger Menschen in Berührung kommen und daher seltener von Lepra befallen werden), die nie "kalt werden". Leprakranke aus ganz Indien kommen in die Hauptstadt des Bundesstaates Orissa, um sich dort behandeln zu lassen. Leider kommen sie in vielen Fällen zu  spät, so dass nur noch eine Amputation des betroffenen Gliedmaßes Linderung verschaffen kann. Jährlich werden ca. 600 Operationen von Dr. Rousselot und seinem 25-köpfigen Team aus Krankenpflegern und Helfern, alles selbst ehemalige Leprapatienten, durchgeführt. Ein Bett im Hospital kostet pro Tag ca. 3,- Euro (alles inklusive)! Die meist mittellosen Patienten werden kostenlos behandelt.

Die Zahl der Operationen steigt seit dem Jahr 2006 stetig an, da die indische Regierung die Armutskrankheit Lepra als offiziell nicht mehr existent erklärt hat. Seitdem gibt es so gut wie keine staatliche Hilfe mehr für die oft schwerbehinderten Leprakranken, die scharenweise zu den wenigen Leprazentren kommen. Allein im Bundesstaat Orissa mit seinen ca. 37 Mio. Einwohnern gibt es ca. 250.000 Leprakranke.

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Die Krankenpfleger des Hospitals, an deren Spitze Kamadeb Rana steht, der auch Präsident der Joseph-Bahadur-Stiftung nach indischem Recht ist, die juristischer Träger des Leprahospitals ist, waren fast alle selber an Lepra erkrankt und konnten dank rechtzeitiger Behandlung alle vollständig geheilt werden. Einigen von ihnen musste allerdings aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums der Krankheit ein Bein amputiert werden, so auch dem jungen Amina, der als Pförtner angestellt ist. Dank einer guten Prothese kann er ein normales Leben führen und fährt sogar Fahrrad. Da die Krankenpfleger aus eigener Erfahrung wissen, dass die Krankheit heilbar ist und keineswegs ein Fluch der Götter, wie im Denken mancher Inder noch immer verwurzelt, haben sie keinerlei Berührungsängste mit den Leprapatienten und begegnen ihnen auf gleicher Augenhöhe. Auch Dr. Rousselot hat in den über 30 Jahren seiner Arbeit unzählige Lepröse ohne Handschuhe behandelt und sich nicht angesteckt, denn ein Mensch mit gesundem Immunsystem kann Lepra nicht bekommen. Somit erfahren die Kranken neben der rein medizinischen Behandlung durch den vorurteilsfreien und aufgeschlossenen Umgang mit dem Team des Krankenhauses auch eine seelische „Kraftspritze“.

Neben der regelmäßigen finanziellen Unterstützung zur Deckung eines grossen Teils der laufenden Kosten des Leprahospitals beteiligt sich die Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn auch jährlich mit ca. 5.000 Euro an den Kosten des sog. Leprapräventionsprojekts in den sechs großen Leprakolonien Bhubaneswars. Dort leben ca. 400 Leprapatienten. Sie bekommen jeden Monat vom Hospital Verbände, Desinfektionsmittel, Seife und Salbe, damit sie ihre Wunden selber versorgen können und gar nicht erst ins Hospital müssen, das ohnehin ständig "ausgebucht" ist.

Von der herzlichen und von Freundlichkeit geprägten Atmosphäre konnte sich Katja Hirzmann, damals Mitarbeiterin der Schiefbahner Leprahilfe, im Januar 2008 selber ein Bild machen. Sie war auf eigene Kosten für drei Wochen in Indien und hat dort diverse, von der Leprahilfe finanziell unterstützte, Projekte besucht. Von dem blitzsauberen und gut organisierten Leprahospital in Bhubaneswar war sie besonders beeindruckt. Bei Interesse stellen wir Ihnen gerne den kompletten Reisebericht zur Verfügung.  

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Amina, der junge beinamputierte Pförtner der Lepraklinik.

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Das Leprahospital "Gandiji Seva Niketan" ("Ghandis ausgestreckte Hand")
im ostindischen Bhubaneswar, Hauptstadt des Bundesstaats Orissa.

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Aufnahme eines Patienten.

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Dr. Rousselot und Kamadeb Rana, der Präsident der Leprastiftung, im OP.

Gandhiji_OPStatistik

Die OP-Statistik des Leprahospitals: man kann einen deutlichen Anstieg der Operationen seit dem Jahr 2006 erkennen. Der Grund dafür ist, dass die indische Regierung Anfang 2006 die Lepra als offiziell eliminiert erklärt hat. Seitdem gibt es so gut wie keine staatlichen Mittel mehr für die schwer behinderten Leprakranken gibt, die sich vermehrt an das Leprahospital in Bhubaneswar wenden.

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Krankenpfleger Johnny und Kama kümmern sich liebevoll um die Patienten. Da sie selber Lepra hatten, wissen sie, wie es in den Patienten aussieht, wie sie ihnen neuen Mut geben können und begegnen ihnen auf gleicher Augenhöhe.

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Laxmi, rechts im Bild, und ihr Mann haben das fast blinde Mädchen in ihrer Mitte als Baby in einer Tüte auf einer Müllkippe gefunden und es adoptiert. Die Eltern des Mädchens hatten es weggeworfen, da es ein Mädchen war (das später verheiratet werden und mit teurer Mitgift ausgestattet werden muss) und noch dazu fast blind.

Aktualisiert ( Mittwoch, den 15. Mai 2013 )  

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